Rhönradturnen

Ansprechpartner:

Robert Vogel
Göppinger Str. 8
53474 Bad Neuenahr

 

 
Das Rhönrad ist ein Sportgerät, das aus zwei Reifen besteht, die durch sechs Sprossen - zwei einfache Stangen (Spreizsprossen), zwei Griffsprossen und zwei Brettsprossen - miteinander verbunden sind. Der Durchmesser des Rades variiert je nach Größe des Turners, so dass der Turner fast gestreckt auf den Brettern stehen kann und sich an den Griffen hält. An den Brettern können Lederschlaufen, so genannte Bindungen, befestigt werden, in denen sich der Turner mit den Füßen festklemmen kann. Es gibt Räder von 135 cm bis 245 cm Durchmesser. Die Räder wiegen zwischen 40 und 60 kg. Es gibt sie in verschiedener Dicke und in verschiedenen Farben.

Das Rhönrad wurde 1925 von Otto Feick in Schönau a.d. Brend in der bayerischen Rhön erfunden; das Patent wurde am 8. November 1925 ausgestellt. Der Sohn eines Böttchers war bereits als Kind in zwei Fassreifen den Berg heruntergerollt. Später entwickelte er das Sportgerät weiter. 1936, bei den Olympischen Spielen in Berlin, wurde dieser Sport vorgeführt, jedoch nicht als olympische Disziplin.

Rhönrad am Elisenbrunnen in Aachen

Heute ist das Rhönradturnen auch über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt. In Deutschland liegt allerdings der Schwerpunkt dieser Turnsportart.

Es gibt drei Einzel-Disziplinen:

* Das Geradeturnen: Dabei rollt das Rad auf einer Fläche von 21 auf 3 Metern auf beiden Reifen und es werden Pflicht- und Kürübungen vorgeturnt. Teilweise werden dabei Elemente aus dem Reck- oder Barrenturnen verwendet. Es gibt Übungen, die mit Hilfe beider, einer oder ohne Bindungen ausgeführt werden. Bei der Kür geht es von 10.00 Punkten aus, 4.00 Punkte davon entsprechen der Schwierigkeit. Im Erwachsenenbereich wird das Geradeturnen zu Musik (ähnlich dem Eiskunstlaufen) ausgeführt. Dabei ist es wichtig, dass die Turnerinnen und Turner zur Musik passend ihre Elemente turnen und entsprechende Akzente setzen.

* Das Spiraleturnen: Das Rad bewegt sich auf einem der Reifen, es tellert wie bei einer Münze. In der "großen" Spirale hat das Rad einen Neigungswinkel von 60 Grad, in der "kleinen" Spirale weniger als 30 Grad. Der Turner versucht das Rad durch Gewichtsverlagerung und Armzug auf der jeweiligen Höhe zu halten und nach 3-5 Sekunden in der kleinen Spirale das Rad wieder in den Stand zu bringen. Beim Spiraleturnen turnt man eine Pflicht und später kommt dann noch die Kür dazu.

* Der Sprung: Der Sprung wird von den männlichen und seit 1999 auch von den weiblichen Turnern ausgeführt. Das Rad wird mit Schwung angeschoben. Der Turner läuft im Steigerungslauf hinter dem Rad her und lässt sich vom Schwung auf das Rad ziehen. Aus der Grätsch-, Hock- oder Standposition vollführt er dann einen Sprung auf einen Mattenberg. Dies kann z. B. ein Hocksprung, Grätschsprung, Überschlag oder Salto sein. Der Sprung wird außerdem beim Werten in 4 Teile eingeteilt: Anlaufzeit, Absprungzeit, Sprungzeit und Landezeit.

Daneben gibt es für Paare die Disziplinen Partnerturnen, Synchronturnen und Partnerspirale.

Bei den Wettkämpfen werden die Ausführung, der Schwierigkeitsgrad und das Vorhandensein von obligatorischen Elementen, dem sogenannten Aufbau, bewertet.

Im Jahre 1995 wurden der Internationale Rhönradturn-Verband (IRV) gegründet und die 1. Rhönrad-Weltmeisterschaft ausgetragen.